Tür an Tür – Syrisch-jüdische Geschichte(n)

Bild/image: © Rania Kataf

Tür an Tür – Syrisch-jüdische Geschichte(n)
Fotografien von Rania Kataf
Ausstellung: 13.11. – 19.12.2020
(keine Eröffnung wegen der aktuellen Bestimmungen)
Kuratiert von Sigrun Drapatz und Tanja Lenuweit         

English:

Side by Side – Syrian-Jewish (Hi)Stories
Photographs by Rania Kataf
Exhibition: November 13 – December 19, 2020
Curated by Sigrun Drapatz and Tanja Lenuweit

 

Ausstellung über jüdisches Leben in Damaskus
Tür an Tür – Syrisch-Jüdische Geschichte(n). Mit Fotografien von Rania Kataf.
→ Videotrailer „Tür an Tür“
Die vom 13.11.2020 bis zum 19.12.2020 stattfindende Ausstellung setzt sich mit der Geschichte des jüdischen Viertels in Damaskus auseinander. Von den ehemals ca. 30.000 – 50.000 Jüdinnen und Juden in ganz Syrien vor dem zweiten Weltkrieg sind im Jahr 2020 noch einige wenige verblieben. Die syrische Dokumentarfotografin Rania Kataf hat sich auf Spurensuche begeben und dabei das Viertel fotografiert und einige der letzten verbliebenen jüdischen Bewohner*innen in Interviews porträtiert.
Die jüdische Gemeinschaft in Syrien war einst die größte im arabischsprachigen Raum. Dementsprechend reichhaltig sind die architektonischen Einflüsse und religiöse Symbolik, die sich im jüdischen Viertel von Damaskus wiederfinden lassen. Ergänzt mit Geschichten der Bewohner*innen und Hintergrundinformationen erzählt die Ausstellung vom Zusammenleben von muslimischer Mehrheit und jüdischer Minderheit. Sie thematisiert zudem die multiplen – häufig fluiden – Identitäten, die sich zwischen Arabisch, Jüdisch und Syrisch bewegen und begegnet dem vermeintlichen Widerspruch, der sich zwischen dem Jüdischen und dem Arabischen auftut. Das ebenfalls in der Ausstellung gezeigte Videointerview mit dem US-Amerikanischen Journalisten Maurice Chammah zu der syrisch-jüdischen Herkunft seines Vaters greift diese Themen in Form einer persönlichen Reflexion auf und vertieft sie.

Rania Kataf ist eine syrische Dokumentarfotografin und Journalistin, die sich in zahlreichen Projekten zum Schutz des syrischen kulturellen Erbes in Kriegszeiten engagiert. Kataf lebt und arbeitet in Damaskus. In der von ihr gegründeten Gruppe „Humans of Damascus“ mit über 21.000 Mitgliedern auf Facebook, versucht sie, Geschichten und Zeitdokumente über Menschen aus Damaskus zu sammeln.
Im Rahmen der Ausstellung sind zahlreiche Veranstalltungen und Bildungsformate geplant, über die wir auf Grund der aktuellen Lage der Covid 19 Pandemie gesondert informieren.

Die Ausstellung ist Teil des Projekts Der Gang der Geschichte(n) von Minor – Projektkontor für Bildung und Forschung.
Das Projekt untersucht Narrative von Zugewanderten über Jüdinnen und Juden, die Shoah und Israel. Mit dem Fokus auf vier ausgewählten Herkunftsländern von Zugewanderten (Syrien, Polen, Marokko und Russland) soll eine fundierte Wissensbasis über Narrative in diesen Ländern und in den entsprechenden Communitys von Zugewanderten in Deutschland geschaffen werden. Ziel ist es dieses Wissen für die politische Bildung nutzbar zu machen.
Das Projekt wird gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Auswärtigen Amt. Es steht unter der Schirmherrschaft von Außenminister Heiko Maas.

Veranstaltungen zur Ausstellung Tür an Tür – Syrisch-jüdische Geschichte(n):

Verknüpfte Erinnerungen – Narrative von gestern für Deutsche von morgen
Vortrag von Prof. Dr. Omar Kamil mit anschließendem Gespräch
Gesprächspartner*in: Dr. Sina Arnold, moderiertes Q&A
 Deutschland beheimatet Menschen mit unterschiedlichen Geschichtserfahrungen und – daraus folgend – Erinnerungskulturen. Die (Post-)Migrationsgesellschaft ist somit das Terrain verschiedener historischer Erinnerungsnarrative, was neue Fragen und Herausforderungen mit sich bringt: In welcher Verbindung kann sich die bisherige kritische Auseinandersetzung mit dem
Nationalsozialismus für Menschen öffnen, deren Erinnerungskulturen eher von Kolonialerfahrungen geprägt sind? Kann Deutschland als Residenzgesellschaft für Migrant*innen ihre Erinnerungskultur modifizieren und die Erinnerung an Kolonialverbrechen integrieren?
Wie lassen sich unterschiedliche Erinnerungskulturen jenseits von Konflikt und Konkurrenz gestalten? Der Vortrag will mit einem transkulturellen Ansatz Antworten auf diese Fragen suchen.
 Datum: 4. Dezember 2020 18:00 – 19:30
Veranstaltungsformat: Live Streaming via Facebook
Teilnahme auch über Zoom möglich
Anmeldung: A.Schnelzauer@minor-kontor.de mail to: A.Schnelzauer@minor-kontor.de

Film „Damaskus with Love“ – von Mohamad Abdul Aziz (2010)
Zeitgenössischer Film über Damaskus
  Datum: Sonntag 13.12.20, 16:00 -18:00 Uhr
Veranstaltungsformat: Streaming, Watchparty

Lesung und Gespräch mit Hila Amit-Abbas und Inana Othman
Die Veranstaltungen finden in Kooperation mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung und dem Forschungsinstitut gesellschaftlicher Zusammenhalt statt.
  Datum: 16. Dezember 2020, 18:00-19:30
Veranstaltungsformat: noch offen

     

English version:

The exhibition, taking place from 13.11.2020 to 19.12.2020, deals with the history of the Jewish quarter in Damascus. Of the former 30,000 – 50,000 Jews throughout Syria before the Second World War, only a few remain in 2020. The Syrian documentary photographer Rania Kataf went on a search for traces of this community and photographed the Jewish quarter and portrayed some of the last remaining Jewish inhabitants in interviews.
The Jewish community in Syria was once the largest in the Arabic-speaking world. Hence the vast architectural influences and religious symbolic that can be found in the Jewish quarter of Damascus. Supplemented by stories of the inhabitants and background information, the exhibition shows the coexistence of the Muslim majority and Jewish minority. It also addresses the multiple – often fluid – identities that exist between Arabic, Jewish, and Syriac, and addresses the ostensible contradiction that arises between Jewish and Arabic. The video interview with the US-American journalist Maurice Chammah on his father’s Syrian-Jewish origins, also shown in the exhibition, takes up and deepens these subjects in the form of a personal reflection.
Rania Kataf is a Syrian documentary photographer and journalist who is involved in numerous projects to protect Syrian cultural heritage in times of war. Kataf lives and works in Damascus. In the group „Humans of Damascus“, which she founded with now over 21,000 members on Facebook, she tries to collect stories and contemporary documents about the people of Damascus.
Numerous events and educational formats are planned as part of the exhibition, about which we will inform separately due to the current situation of the Covid 19 pandemic.

The exhibition is part of the project “The Course of (Hi)Stories”  of  “Minor – Projektkontor für Bildung und Forschung”.
The project examines narratives by immigrants about Jews, the Shoah, and Israel. Focusing on four selected countries of origin (Syria, Poland, Morocco, and Russia), it aims to create a sound knowledge base about narratives in these countries and in the corresponding communities of immigrants in Germany. The aim is to make this knowledge available for political education.
The project is funded by the Federal Agency for Civil Education and the Federal Foreign Ministry. It is under the patronage of Foreign Minister Heiko Maas.